Kleinprojekte in 2019

Antisemitismus in der Freiberger Regionalgeschichtsschreibung - Teil I: Untersuchungen zur jüdischen Frühgeschichte im Umfeld von Stadtentwicklung und Silberbergbau in Freiberg und deren Rezeption in der Regionalgeschichtsschreibung

Träger: Freiberger Zeitzeugnis e.V.

Judenfeindlichkeit und Antisemitismus beeinflussen die regionalgeschichtliche Rezeption des Anteils von Juden an der Stadtentwicklung Freibergs in Teilen bis heute. Prägend dafür waren die antisemitisch dominierten Darstellungen nationalsozialistischer Lokalhistoriker u.a. im Freiberger Altertumsverein in den 1930er und 1940er Jahren. Eine detaillierte Auseinandersetzung damit und lokalgeschichtlich untersetzte Neubewertung steht bis heute aus. In einem ersten Projektteil, beginnend 2019, sollen die frühen Spuren jüdischer Ansiedlung im 13./14. Jahrhundert bis zur beginnenden Emanzipation und dem Entstehen des rassistisch basierten Antisemitismus im Verlauf des 19. Jahrhunderts gesichtet und - wo nötig - neu bewertet werden. Gründliche Archivstudien - zunächst v.a. im Stadtarchiv Freiberg - sind dazu ebenso Voraussetzung wie die Einbeziehung von Fachkompetenz bei der Transkription von Archivdokumenten, die in der Regel in heute kaum noch lesbarer Kanzleischrift abgefasst sind. Die Ergebnisse der Recherchen sollen in verschiedenen Formen öffentlicher Kommunikation (Handreichung für Schulen, Vorträge, Zeitschriftenaufsätze) ein Gegengewicht gegen aktuelle Versuche rechtskonservativer und völkischer Geschichtsrevisionisten bilden, antisemitische Vorurteile lokalgeschichtlich zu besetzen.

Schüler - Haushalt

Träger: Förderverein der Mittelschule Oederan e.V.

Das Projekt „Schüler – Haushalt“ soll demokratische Prozesse erlebbar machen. Die SchülerInnen erhalten die Möglichkeit über die Verwendung des beantragten Budgets selbst zu entscheiden. Sie bringen ihre Ideen und Vorschläge ein, diskutieren diese, handeln aus und müssen Kompromisse finden. Nach dieser „Werbephase“ wird in Form eines klassischen, geheimen Wahlvorgangs über die Vorschläge abgestimmt. Die konkrete Umsetzung ist dann abhängig vom Wahlergebnis. Im Projekt selbst werden politische Prozess erlebbar gemacht. Die Kinder und Jugendlichen könne ihre Kompetenzen hinsichtlich von Beteiligung und Verantwortungsübernahme erweitern und so Selbstwirksamkeit erfahren.

LADEN der UN-ERHÖRTEN GESCHICHTEN

Träger: Deckerberg e.V.

Für das Theaterprojekt „Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?“ sollen drei Theatermacher aus Neubrandenburg, Mittweida und Austin (USA), mit der ostdeutschen Geschichte nach 1990 und ihren (nicht) erzählten Geschichten beschäftigen. Als Weggegangene kehren diese im Frühjahr 2019 zurück und eröffnen in Mittweida für eine Woche einen „Laden der un-erhörten Geschichten“ in der Galerie ORIGINAL, Schulstraße 11. Dort werden die Menschen der Stadt Mittweida eingeladen ins Gespräch zu kommen und über die ostdeutsche Identität, die eigene Erfahrung des Wandels nach 1990 und den verschiedenen Perspektiven zwischen den Generationen. Der Laden wird für einen Woche damit fester Anlauf und Austauschpunkt in Mittweida. Darüber hinaus werden Besuche und Treffen mit Initiativen, Institutionen und Akteure verschiedener Generationen in der Stadt geplant, z.B. mit dem sozio-kulturellen Müllerhof, mit Schülern des städtischen Gymnasium, Dozenten der Hochschule, Politiker, aber auch innerhalb der eigenen Familie. Am Ende der Woche werden alle Gesprächsteilnehmer zum gemeinsamen, moderierten Austausch in den Laden eingeladen. Ziel des Projektes ist die Bewusstwerdung der sehr vielfältigen Erfahrungen nach der Wende, die Thematisierung einer Ost-Identität als spezifisch biographischer Hintergrund und welche Strategien mit dem Umbruch gefunden wurden. Diese Aufarbeitung soll zu einer Verstärkung der eigenen Biographie und Identität führen und eine Veränderung von eventuellen emotionalen Verletzungen ermöglichen.

Hass Vernichtet

Träger: Förderverein des Samuel-von-Pufendorf-Gymnasiums Flöha e.V.

Ziele:

Die Projektteilnehmer sind sensibilisiert für Hassparolen im öffentlichen Raum, sie erkennen Hassschmierereien als Vorstufe zur physischen Gewalt und sie begreifen, dass man handeln muss und wie man handeln kann.

Inhalte/ Maßnahmen:

  • dreiwöchige Ausstellung des Projektes "Hass vernichtet" im Schulhaus - Ausstellungseröffnung durch Frau Irmela Mensah-Schramm am 12.06.2019 (Anne-Frank-Tag)

  • Workshop mit Frau Irmela Mensah-Schramm und ca. 30 Schülern der Klassenstufen 5 bis 8 zur Suche nach Möglichkeiten, mit Hassparolen umzugehen, und zu möglichen Reaktionen auf Konfrontationen

Tag der Demokratie - Demokratie leben lernen

Träger: Initiative für Demokratie Mittelsachsen e.V.

Der "Tag der Demokratie" soll in erster Linie für eine aktive Teilhabe, im Rahmen einer demokratischen Schulkultur, am Schulalltag motivieren und begeistern. Zusätzlich gilt es, sich mit demokratiefeindlichen Bewegungen und Tendenzen auseinanderzusetzen und zu erkennen, weshalb die Demokratie für uns so gewinnbringend ist. Wir reflektieren aktuelle politische Themen und setzen uns mit dem Demokratiebegriff im Allgemeinen auseinander.

Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind vordergründig die Durchführung von vier Workshops in zwei Workshop Formaten, die Ausrichtung einer Podiumsdiskussion mit Abgeordneten des Sächsischen Landtages und ein "Markt der Demokratie", zu welchem verschiedene Organisationen/Programme/Initiativen/Vereine ihre demokratische Arbeit und ihre generelle Struktur vorstellen können und somit den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, einen vielfältigen Einblick in die Arbeitsweise verschiedener Engagierter zu erhalten. Der erste Workshop befasst sich dabei mit verschiedenen Herrschaftsformen und der Frage, weshalb Demokratie als die beste aller Herrschaftsformen bezeichnet werden kann. Im zweiten Workshop wird es um eine demokratische Schulkultur und Demokratie im Alltag gehen.

Kurze Filme für GeschlechterGerechtigkeit 2019 auf Tour

Träger: erucula e.V.

Die Gewalt und ihre Ursachen, die Vielfalt der Geschlechter, der Lebensweisen, der Identitäten und Biographien sind Themen der Kurzfilm-Diskussionstour (7 Stationen), deren Station Mittweida ist. Der Film- und Diskussionsabend mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen von Initiativen, die sich für deinen demokratische und offene Gesellschaft einsetzen, wird von fünf nationalen und internationalen Kinokurzfilmen gerahmt, die 2019 im Wettbewerb des Filmfestes Dresden liefen. (inkl. Des diesjährigen Preisträger des Filmpreises für GeschlechterGerechtigkeit, „Juck“, Schweden). Durch Laudationen (jeder Film separat, durch ein lokal Engagierten) und eine Moderation des Abends werden jeweils Gespräche zu den Themen der Filme und deren Bezüge zu Lebenswelt der Besucher*innen angeregt, kritische Offenheit, Toleranz und demokratische Teilhabe sind dabei leitend.

Der Film- und Diskussionsabend wird im Vorfeld durch Plakate, Faltkarten, sowie social media campaigning bekannt gemacht. Zielgruppen und Ansprechpartner*innen sind Bürger*innen, Student*innenschaft der Hochschule Mittweida, Schulen, weitere Bildungseinrichtungen sowie andere Organisationen im Bereich der Vielfaltsförderung, Extremismusprävention sowie Demokratiebildung. Explizit angesprochen werden auch Lehrkräfte, Sozialpadago*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen, lokale Journalisten*innen und politische Aktive in der Region.

Der Filmabend in Mittweida ist Teil einer Tour die auch in Chemnitz, Bautzen, Zwickau, Pirna, Meißen und Plauen stoppt.

Kinder brauchen Freiräume

Träger: Deutscher Kinderschutzbund Regionalverband Freiberg e.V.

Im Jahr 2019 wird der Weltkindertag von UNICEF unter das Motto: "Wir Kinder haben Rechte" gestellt. Diesem Motto wird sich angeschlossen und mit ansprechenden Aktionen auf 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention hingewiesen. Die Vorbereitung findet wie in jedem Jahr in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt FG und des Landkreises statt. Es werden Schulen angesprochen und für die Teilnahme begeistert ebenso wie eine breite Öffentlichkeit und politische Entscheider einbezogen. Zusammen mit dem Markt der Vielfalt, organisiert von der Agenda 21 wird ein breites Publikum von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Erziehern auch verschiedener Herkunft und Nationalität angesprochen. Es werden verschiedene Themenstände auf die noch fehlende Umsetzung von Kinderrechten in der Welt hinweisen und zu Mitmach-Aktionen eingeladen. (z.B. Schuhe putzen, Teppich weben, Edelsteine suchen) Von der Bühne aus ist eine gemeinsame Aktion mit Bewegung und Tanz geplant. Wobei im Focus steht, dass es nur eine Welt gibt und diese für die Kinder bewahrt werden muss und dass Kinder überall auf der Welt eine Lobby brauchen, die ihre Rechte sichert. Für Schulen wird ein Anreiz gegeben, mit möglichst vielen Kindern teilzunehmen und die verschiedenen Aktionen zu nutzen. Dafür wird es ein Länder-Leporello geben, auf dem zu den verschiedenen Flaggen und Aktionen ein Stempel die Teilnahme bestätigt. Für die Schule mit den meisten Teilnehmern wird es eine Überraschung geben.

"Into the Wild" - Abenteuercamp auf dem Bleiberg für Jugendliche

Träger: Gemeinschaftswerk Frankenberg/Sa. e.V.

Die gewählte Zielgruppe lässt sich für Erlebnisse in der Natur schnell begeistern, auch regional-historische Inhalte (Nationalsozialismus; Bergbau; Mittelalter) können der Zielgruppe spielerisch vermittelt werden. Das Abenteuercamp dient dabei besonders den Kindern, deren Familien keine ausreichenden finanziellen Möglichkeiten für einen Urlaub zur Verfügung haben. Zudem lässt sich beobachten, dass diese Zielgruppe zunehmend ihre Freizeit in virtuellen Spielen (Computer, Spielkonsolen, Smartphone) verbringt. Gemeinsame Erlebnisse mit natur- und erlebnispädagogischem Schwerpunkt zeigen den Kindern und Jugendliche neue Erfahrungsräume auf. Das Abenteuercamp dient demnach der Identitätsentwicklung jedes Einzelnen und der Stärkung des Gemeinwesens. Die Kinder und Jugendlichen erfahren sich als fester Bestandteil der Gruppe. In den Ferien finden Treffen mit Freunden oftmals online statt. Die Kinder sollen animiert werden, reale Abenteuer zu erleben. Interaktionen mit Gleichaltrigen, unabhängig von sozialer Herkunft oder Bildungsniveau, eingebettet in natur- und erlebnispädagogische Angebote sind das primäre Ziel des Abenteuercamps. „Soft Skills“ nehmen eine immer größer werdende Bedeutung ein. Teamfähigkeit, Kompromissfähigkeit, Selbstwahrnehmung, Entwicklung gewaltfreier Lösungsstrategien etc. entwickeln sich auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Mit den entsprechenden Methoden und der Übernachtung in abenteuerlicher Umgebung wird diese positive Entwicklung der Jugendlichen gefördert.

"Klassensprecher Teamtag" - (Schülerrat-Workshop)

Träger: Muldentaler Jugendhäuser e.V.

Klassensprecher*innen erfüllen eine wichtige Funktion, sowohl im Klassenverband wie auch im Schulalltag. Sie sind das Sprachrohr ihrer Klasse, halten diese zusammen, sie schlichten Streit, tragen Verantwortung, vertreten die Meinungen ihrer Klassenkameraden gegenüber dem Schülerrat/der Schule, bringen Ideen ein und versuchen diese gemeinsam auch umzusetzen. Sie üben bereits im Kleinen Demokratie aus, was ein wichtiger Prozess in dieser Entwicklungsphase ist. Dennoch wird das Amt des Klassensprechers sowie die Funktion des Schülerrates oftmals unterschätzt, sind sie doch entscheidende Stützpfeiler einer guten Schule sowie deren Klima. Um die Arbeit des Schülerrates entsprechend wertzuschätzen und vor allem diese wichtige Aufgabe hinreichend zu unterstützen, soll dieser Workshop dem Schülerrat die Möglichkeit geben, zusammenzuwachsen, um den ihm gestellten Aufgaben gerecht zu werden. Der Schülerrat erfüllt in seiner Funktion viele Aufgaben, wozu entsprechende Fähigkeiten benötigt werden, welche mit diesem Workshop gestärkt und gefördert werden sollen. Darunter vor allem die Demokratiebildung, denn im Laufe einer Klassensprecherlaufbahn müssen einige Entscheidungen getroffen werden, welche nur demokratisch gefällt werden können. Außerdem sind Teamarbeit, Kommunikation sowie Problemlösungsstrategien wichtige Eckpfeiler in einem solchen Gremium. An diesem Klassensprecher-Teamtag werden die Schüler*innen mit einer schwierigen Aufgabe herausgefordert, welche sie nur gemeinsam lösen können. Dabei lernen sie viel über sich selbst und ihre Rolle im Schulgefüge.

"MoRo- Motley Rochlitz" (Kunterbuntes Rochlitz)

Träger: Muldentaler Jugendhäuser e.V.

Die Stadt Rochlitz gibt den Schüler*innen der Stadt seit 2018 die Möglichkeit, sich eigenständig in einem demokratischen Prozess über eine sinnvolle Verwendung des Schülerfonds in ihrer Stadt zu entscheiden. Dafür gibt es ein durch die Stadt bereitgestelltes Budget. Dieses Projekt bekam letzten Sommer den Namen "Motley Rochlitz", übersetzt: Kunterbuntes Rochlitz. Das Ziel dabei ist, den Kindern und Jugendlichen die Chance zu geben, gemeinsam Rochlitz mitzugestalten und sich für gemeinnützige Zwecke zu engagieren. Schüler sollen in die Entscheidungen der Stadt einbezogen werden und Verantwortung übertragen bekommen. Außerdem, soll die Zusammenarbeit und Toleranz der Schulen und Schüler*innen untereinander gefördert und gestärkt werden. In einer Art Jugendparlament, einigten sich die MoRo-Mitglieder demokratisch über die Verwendung des Betrages. Pro Schule sitzen zwei Stellvertreter der Schulen (im Alter von 7-27 Jahren) zusammen. Eine weitere Stimme hat die Stadtverwaltung. Die wöchentlichen Treffen des Schülerparlaments wurden vom Oberbürgermeister der Stadt Rochlitz begleitet und unterstützt. Die Stellvertreter trugen die Ideen und Aufgaben in ihre Schulen und stimmten vor einigen Wochen für ein gemeinsames Sommerfest zum Thema "Nachhaltigkeit".  Unter dem Begriff Nachhaltigkeit, kommt es zu einer Pfandflaschen-Sammelaktion aller Schulen, bei der der Erlös jedem Schüler eine nachhaltige Trinkflasche ermöglicht. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird außerdem jede Schule einen Baum auf deren Schulgelände pflanzen und am Tag des Nachhaltigkeitsfestes werden Bäume auf einer Grünfläche des Rochlitzer Inselplatzes gepflanzt. An dem Tag des Festes werden auch Vorträge zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit gehalten.

Demokratie erfahrbar machen - das Schulleben am LGD mitgestalten

Träger: Traditions- und Förderverein Lessing Gymnasium Döbeln e.V.

Ziele/Inhalte:

gemeinsames Kennenlernen der neuen Klassensprecher/Stellvertreter, Teambuilding, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit untereinander stärken, Kennenlernen der Rechte und Pflichten  und  demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten der Schülervertreter im Schulalltag, Bildung von Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, Beginn der Arbeit an einzelnen Projekten in den AGs, Informationsaustausch,Maßnahmen/Methoden: erlebnispädagogische Methoden zur Teamentwicklung, themenzentrierte Gruppenarbeit, Fachvortrag/Stationsbetrieb (Rechte/Pflichten, Gelingende Projektarbeit), Coaching der einzelnen AGs zu Beginn ihrer Arbeit durch Sozialpädagogen

Ablaufplan:

07.30-11.00 Uhr Wanderung zur Burg Mildenstein mit erlebnispädagogischen Aufgaben,

11.00-12.00 Uhr Vortrag Rechte und Pflichten zur demokratischen Mitbestimmung der Schülervertreter

12.00-13.00 Uhr Mittagspause

13.00-14.00 Uhr Wie gelingt eine gute Projektarbeit? Stationsbetrieb

14.00-15.00 Uhr Arbeit in den einzelnen AGs mit Coaching und anschließenden Feedback

15.00-16.30 Uhr Rückfahrt nach Döbeln

Novembergedenken: Judenverfolgung in Freiberg und Breslau

Träger: Freiberger Zeitzeugnis e.V.

Filmvorführung "Wir sind Juden aus Breslau" für Schüler am 11.11.2019 (ca. 10:00 Uhr):

Es soll der Film "Wir sind Juden aus Breslau", vor allem für Schülergruppen, im Kinopolis Freiberg gezeigt werden.

Ergänzendes Regisseuren Gespräch:

Im Anschluss an die Filmvorführung ist ein Gespräch mit den Regisseuren zur Entstehung des Films und dessen geschichtlichen Hintergrund sowie Diskussion des Bezugs zur aktuellen Zeitgeschichte (Demokratieförderung) geplant. Hierbei soll ein besonderer Fokus auf die Erfahrungen der Jugendlichen gelegt werden, da diese auch im Film eine Bedeutung haben.

Ausstellung inkl. Erläuterungen durch einen Ansprechpartner:

Als inhaltliche Ergänzung wird die Ausstellung "Kinder im Holocaust - Das Beispiel Freiberg" gezeigt, die um zwei Ausstellungstafeln erweitert wird, die die Zusammenhänge zwischen der Judenverfolgung in Freiberg und in Breslau sichtbar machen. Die Ausstellung wird im Foyer des Kinopolis Freiberg gezeigt und wird dabei für einen Zeitraum von voraussichtlich einer Woche um den Filmtermin herum öffentlich und kostenfrei zugänglich sein.

"Liebe bekennt Farbe"

Träger: Kindervereinigung Leipzig e.V.

Ziele:

  • Wissensvermittlung zu sexuellen Orientierungen und Geschlechtlichkeiten

  • Sensibilisierung und Abbau von Diskriminierung

  • Bearbeitung von Stereotypen und Vorurteilen

  • Empowerment von homo-, bi-, asexuellen-, trans-, und intergeschlechtlichen Jugendlichen

Inhalt:

Im Auftrag von RosaLinde e.V. besuchen junge Menschen mit einer der oben genannten sexuellen Orientierung Schulklassen. Sie bieten der Klasse die Möglichkeit, sich mit dem Thema sexuelle Identität auseinander zu setzen: Fragen bzw. Umgang mit Coming-Out, Geschlechterrollen, Vorurteile und Erfahrungen mit Diskriminierung, Informationen aus 1. Hand, Hinterfragen von Vorstellungen zu Homosexualität sowie Fragen zur Biografie der Teammitglieder.

"Zirkus-Zirkus"

Träger: Pyrocatharsis e.V.

Das Projekt Zirkus - Zirkus beinhaltet ein regelmäßig, einmal wöchentlich stattfindendes, zweistündiges Zirkusangebot für Kinder und Jugendliche der Kreisstadt Rochlitz und der umliegenden Dörfer. An insgesamt 8 Nachmittagen können sich die Teilnehmenden unter Anleitung von zwei erfahrenen Zirkuspädagoginnen, in verschiedenen zirzensischen Künsten wie Akrobatik, Einrad fahren, Jonglage, Clownerie und Balancekugel üben.  Hierbei fließen, mit Blick auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden, Spiele zur Auflockerung, Teambildung und Entspannung ein. Im Abschlusstraining können die Kinder und Jugendlichen ihre erlernten Fertigkeiten vor Eltern, Freunden und Bekannten präsentieren. Im Vordergrund des offenen Zirkustrainings steht nicht das Erbringen von Leistung, sondern Zirkus als ganzheitlicher Ansatz, bei dem Körper, Geist und Seele auf spielerische Weise gefördert werden und gegenseitige Hilfe und Unterstützung das Miteinander prägen. Die Zusammenarbeit und Toleranz der Teilnehmenden untereinander sollen gestärkt werden. In diesem Sinne wird neben der fachlichen Anleitung zunehmend gegenseitige Hilfestellung und Austausch unter den Teilnehmer*innen angeregt. Hierbei ist die ausgedehnte Altersspanne der Zielgruppe von großer Bedeutung. Neben dem Training motorischer und kognitiver Fähigkeiten werden so auch soziale Kompetenzen gefördert. Gruppendynamische Lernprozesse und soziale Interaktionen führen zu einem grundlegenden Gemeinschaftsgefühl, welches Basis schaffen soll für Vertrauen, Zusammenhalt, Respekt und Wertschätzung jedes Einzelnen. Zudem sind Improvisations- und Interaktionsspiele fester Bestandteil des Zirkusangebotes. Sie regen Kreativität und Phantasie der Kinder und Jugendlichen an und sollen sie dazu befähigen künstlerische Eigenschaften und verborgene Talente zu entdecken. Diese auch zukünftig zu trainieren und auszubauen ist ein weiteres Anliegen des Zirkustrainings. Außerdem sollen die Teilnehmer*innen durch das Wirken innerhalb der Zirkusgruppe, den Trainingserfolg und das positive Bühnenerlebnis ein hohes Maß an Partizipation und Anerkennung erfahren und im Selbstbewusstsein gestärkt werden.

Passing Problems - ein Leseabend zu queeren Biografien

Träger: RosaLinde Leipzig e.V.

Lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche Personen sowie asexuell/aromantische und queer lebende Menschen (kurz: LSBTIAQ*) erleben häufig feindliche Einstellungen, Diskriminierungen sowie strukturelle, physische und psychische Gewalt in ihrem Lebensalltag aufgrund ihrer Lebensweise. Dies bestätigt nicht zuletzt die Studie zu Gewalterfahrungen in Sachsen, die durch die Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen innerhalb des letzten Jahres durchgeführt und deren Ergebnisse präsentiert wurden.
Mit Blick auf die großen Wahlerfolge der AfD zum Beispiel ist eine gesellschaftliche Sensibilisierung und Anti-Diskriminierungsarbeit hinsichtlich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt dringend gefordert.  Dies schreibt ebenso der bereits 2017 veröffentlichte Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen vor, der vom Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration in Auftrag gegeben wurde.
In strukturschwächeren Gegenden ist es für LSBTIAQ* Personen oftmals schwierig offen out zu leben beziehungsweise einen Coming Out Prozess durchzustehen und geeignete Unterstützungsmöglichkeiten für ihre individuellen Bedarfslagen zu finden. Der RosaLinde Leipzig e.V. setzt sich im Rahmen des Projektes „Que(e)r durch Sachsen- Mobile Beratung im ländlichen Raum“ für die Unterstützung und Stärkung von LSBTIAQ* abseits der großen Städte ein und verortet seine Antidiskriminierungsarbeit ebenso im Bereich demokratischer Bildungsarbeit.
Als übergeordnetes Ziel gilt hierbei die Förderung eines demokratischen, akzeptierenden und vielfältigen Umgangs mit alternativen Lebenskonzepten. Konkret zielt der Leseabend darauf ab, nicht heteronormative, sondern queere Lebensentwürfe als gleichberechtigten Teil der Lebensrealitäten im Landkreis Mittelsachsen darzustellen und für LSBTIAQ* Themen zu sensibilisieren.