Kleinprojekte in 2019

Antisemitismus in der Freiberger Regionalgeschichtsschreibung - Teil I: Untersuchungen zur jüdischen Frühgeschichte im Umfeld von Stadtentwicklung und Silberbergbau in Freiberg und deren Rezeption in der Regionalgeschichtsschreibung

Träger: Freiberger Zeitzeugnis e.V.

Judenfeindlichkeit und Antisemitismus beeinflussen die regionalgeschichtliche Rezeption des Anteils von Juden an der Stadtentwicklung Freibergs in Teilen bis heute. Prägend dafür waren die antisemitisch dominierten Darstellungen nationalsozialistischer Lokalhistoriker u.a. im Freiberger Altertumsverein in den 1930er und 1940er Jahren. Eine detaillierte Auseinandersetzung damit und lokalgeschichtlich untersetzte Neubewertung steht bis heute aus. In einem ersten Projektteil, beginnend 2019, sollen die frühen Spuren jüdischer Ansiedlung im 13./14. Jahrhundert bis zur beginnenden Emanzipation und dem Entstehen des rassistisch basierten Antisemitismus im Verlauf des 19. Jahrhunderts gesichtet und - wo nötig - neu bewertet werden. Gründliche Archivstudien - zunächst v.a. im Stadtarchiv Freiberg - sind dazu ebenso Voraussetzung wie die Einbeziehung von Fachkompetenz bei der Transkription von Archivdokumenten, die in der Regel in heute kaum noch lesbarer Kanzleischrift abgefasst sind. Die Ergebnisse der Recherchen sollen in verschiedenen Formen öffentlicher Kommunikation (Handreichung für Schulen, Vorträge, Zeitschriftenaufsätze) ein Gegengewicht gegen aktuelle Versuche rechtskonservativer und völkischer Geschichtsrevisionisten bilden, antisemitische Vorurteile lokalgeschichtlich zu besetzen.

Schüler - Haushalt

Träger: Förderverein der Mittelschule Oederan e.V.

Das Projekt „Schüler – Haushalt“ soll demokratische Prozesse erlebbar machen. Die SchülerInnen erhalten die Möglichkeit über die Verwendung des beantragten Budgets selbst zu entscheiden. Sie bringen ihre Ideen und Vorschläge ein, diskutieren diese, handeln aus und müssen Kompromisse finden. Nach dieser „Werbephase“ wird in Form eines klassischen, geheimen Wahlvorgangs über die Vorschläge abgestimmt. Die konkrete Umsetzung ist dann abhängig vom Wahlergebnis. Im Projekt selbst werden politische Prozess erlebbar gemacht. Die Kinder und Jugendlichen könne ihre Kompetenzen hinsichtlich von Beteiligung und Verantwortungsübernahme erweitern und so Selbstwirksamkeit erfahren.

LADEN der UN-ERHÖRTEN GESCHICHTEN

Träger: Deckerberg e.V.

Für das Theaterprojekt „Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?“ sollen drei Theatermacher aus Neubrandenburg, Mittweida und Austin (USA), mit der ostdeutschen Geschichte nach 1990 und ihren (nicht) erzählten Geschichten beschäftigen. Als Weggegangene kehren diese im Frühjahr 2019 zurück und eröffnen in Mittweida für eine Woche einen „Laden der un-erhörten Geschichten“ in der Galerie ORIGINAL, Schulstraße 11. Dort werden die Menschen der Stadt Mittweida eingeladen ins Gespräch zu kommen und über die ostdeutsche Identität, die eigene Erfahrung des Wandels nach 1990 und den verschiedenen Perspektiven zwischen den Generationen. Der Laden wird für einen Woche damit fester Anlauf und Austauschpunkt in Mittweida. Darüber hinaus werden Besuche und Treffen mit Initiativen, Institutionen und Akteure verschiedener Generationen in der Stadt geplant, z.B. mit dem sozio-kulturellen Müllerhof, mit Schülern des städtischen Gymnasium, Dozenten der Hochschule, Politiker, aber auch innerhalb der eigenen Familie. Am Ende der Woche werden alle Gesprächsteilnehmer zum gemeinsamen, moderierten Austausch in den Laden eingeladen. Ziel des Projektes ist die Bewusstwerdung der sehr vielfältigen Erfahrungen nach der Wende, die Thematisierung einer Ost-Identität als spezifisch biographischer Hintergrund und welche Strategien mit dem Umbruch gefunden wurden. Diese Aufarbeitung soll zu einer Verstärkung der eigenen Biographie und Identität führen und eine Veränderung von eventuellen emotionalen Verletzungen ermöglichen.

Hass Vernichtet

Träger: Förderverein des Samuel-von-Pufendorf-Gymnasiums Flöha e.V.

Ziele:

Die Projektteilnehmer sind sensibilisiert für Hassparolen im öffentlichen Raum, sie erkennen Hassschmierereien als Vorstufe zur physischen Gewalt und sie begreifen, dass man handeln muss und wie man handeln kann.

Inhalte/ Maßnahmen:

  • dreiwöchige Ausstellung des Projektes "Hass vernichtet" im Schulhaus - Ausstellungseröffnung durch Frau Irmela Mensah-Schramm am 12.06.2019 (Anne-Frank-Tag)

  • Workshop mit Frau Irmela Mensah-Schramm und ca. 30 Schülern der Klassenstufen 5 bis 8 zur Suche nach Möglichkeiten, mit Hassparolen umzugehen, und zu möglichen Reaktionen auf Konfrontationen

Tag der Demokratie - Demokratie leben lernen

Träger: Initiative für Demokratie Mittelsachsen e.V.

Der "Tag der Demokratie" soll in erster Linie für eine aktive Teilhabe, im Rahmen einer demokratischen Schulkultur, am Schulalltag motivieren und begeistern. Zusätzlich gilt es, sich mit demokratiefeindlichen Bewegungen und Tendenzen auseinanderzusetzen und zu erkennen, weshalb die Demokratie für uns so gewinnbringend ist. Wir reflektieren aktuelle politische Themen und setzen uns mit dem Demokratiebegriff im Allgemeinen auseinander.

Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind vordergründig die Durchführung von vier Workshops in zwei Workshop Formaten, die Ausrichtung einer Podiumsdiskussion mit Abgeordneten des Sächsischen Landtages und ein "Markt der Demokratie", zu welchem verschiedene Organisationen/Programme/Initiativen/Vereine ihre demokratische Arbeit und ihre generelle Struktur vorstellen können und somit den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, einen vielfältigen Einblick in die Arbeitsweise verschiedener Engagierter zu erhalten. Der erste Workshop befasst sich dabei mit verschiedenen Herrschaftsformen und der Frage, weshalb Demokratie als die beste aller Herrschaftsformen bezeichnet werden kann. Im zweiten Workshop wird es um eine demokratische Schulkultur und Demokratie im Alltag gehen.

Kurze Filme für GeschlechterGerechtigkeit 2019 auf Tour

Träger: erucula e.V.

Die Gewalt und ihre Ursachen, die Vielfalt der Geschlechter, der Lebensweisen, der Identitäten und Biographien sind Themen der Kurzfilm-Diskussionstour (7 Stationen), deren Station Mittweida ist. Der Film- und Diskussionsabend mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen von Initiativen, die sich für deinen demokratische und offene Gesellschaft einsetzen, wird von fünf nationalen und internationalen Kinokurzfilmen gerahmt, die 2019 im Wettbewerb des Filmfestes Dresden liefen. (inkl. Des diesjährigen Preisträger des Filmpreises für GeschlechterGerechtigkeit, „Juck“, Schweden). Durch Laudationen (jeder Film separat, durch ein lokal Engagierten) und eine Moderation des Abends werden jeweils Gespräche zu den Themen der Filme und deren Bezüge zu Lebenswelt der Besucher*innen angeregt, kritische Offenheit, Toleranz und demokratische Teilhabe sind dabei leitend.

Der Film- und Diskussionsabend wird im Vorfeld durch Plakate, Faltkarten, sowie social media campaigning bekannt gemacht. Zielgruppen und Ansprechpartner*innen sind Bürger*innen, Student*innenschaft der Hochschule Mittweida, Schulen, weitere Bildungseinrichtungen sowie andere Organisationen im Bereich der Vielfaltsförderung, Extremismusprävention sowie Demokratiebildung. Explizit angesprochen werden auch Lehrkräfte, Sozialpadago*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen, lokale Journalisten*innen und politische Aktive in der Region.

Der Filmabend in Mittweida ist Teil einer Tour die auch in Chemnitz, Bautzen, Zwickau, Pirna, Meißen und Plauen stoppt.

Kinder brauchen Freiräume

Träger: Deutscher Kinderschutzbund Regionalverband Freiberg e.V.

Im Jahr 2019 wird der Weltkindertag von UNICEF unter das Motto: "Wir Kinder haben Rechte" gestellt. Diesem Motto wird sich angeschlossen und mit ansprechenden Aktionen auf 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention hingewiesen. Die Vorbereitung findet wie in jedem Jahr in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt FG und des Landkreises statt. Es werden Schulen angesprochen und für die Teilnahme begeistert ebenso wie eine breite Öffentlichkeit und politische Entscheider einbezogen. Zusammen mit dem Markt der Vielfalt, organisiert von der Agenda 21 wird ein breites Publikum von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Erziehern auch verschiedener Herkunft und Nationalität angesprochen. Es werden verschiedene Themenstände auf die noch fehlende Umsetzung von Kinderrechten in der Welt hinweisen und zu Mitmach-Aktionen eingeladen. (z.B. Schuhe putzen, Teppich weben, Edelsteine suchen) Von der Bühne aus ist eine gemeinsame Aktion mit Bewegung und Tanz geplant. Wobei im Focus steht, dass es nur eine Welt gibt und diese für die Kinder bewahrt werden muss und dass Kinder überall auf der Welt eine Lobby brauchen, die ihre Rechte sichert. Für Schulen wird ein Anreiz gegeben, mit möglichst vielen Kindern teilzunehmen und die verschiedenen Aktionen zu nutzen. Dafür wird es ein Länder-Leporello geben, auf dem zu den verschiedenen Flaggen und Aktionen ein Stempel die Teilnahme bestätigt. Für die Schule mit den meisten Teilnehmern wird es eine Überraschung geben.

"Into the Wild" - Abenteuercamp auf dem Bleiberg für Jugendliche

Träger: Gemeinschaftswerk Frankenberg/Sa. e.V.

Die gewählte Zielgruppe lässt sich für Erlebnisse in der Natur schnell begeistern, auch regional-historische Inhalte (Nationalsozialismus; Bergbau; Mittelalter) können der Zielgruppe spielerisch vermittelt werden. Das Abenteuercamp dient dabei besonders den Kindern, deren Familien keine ausreichenden finanziellen Möglichkeiten für einen Urlaub zur Verfügung haben. Zudem lässt sich beobachten, dass diese Zielgruppe zunehmend ihre Freizeit in virtuellen Spielen (Computer, Spielkonsolen, Smartphone) verbringt. Gemeinsame Erlebnisse mit natur- und erlebnispädagogischem Schwerpunkt zeigen den Kindern und Jugendliche neue Erfahrungsräume auf. Das Abenteuercamp dient demnach der Identitätsentwicklung jedes Einzelnen und der Stärkung des Gemeinwesens. Die Kinder und Jugendlichen erfahren sich als fester Bestandteil der Gruppe. In den Ferien finden Treffen mit Freunden oftmals online statt. Die Kinder sollen animiert werden, reale Abenteuer zu erleben. Interaktionen mit Gleichaltrigen, unabhängig von sozialer Herkunft oder Bildungsniveau, eingebettet in natur- und erlebnispädagogische Angebote sind das primäre Ziel des Abenteuercamps. „Soft Skills“ nehmen eine immer größer werdende Bedeutung ein. Teamfähigkeit, Kompromissfähigkeit, Selbstwahrnehmung, Entwicklung gewaltfreier Lösungsstrategien etc. entwickeln sich auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Mit den entsprechenden Methoden und der Übernachtung in abenteuerlicher Umgebung wird diese positive Entwicklung der Jugendlichen gefördert.